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Salut am Anfang der Reeperbahn Die Tanzenden Türme sind die architektonische ...

... Einstimmung auf St. Pauli. Am Anfang der Reeperbahn grüßen sie die aus Richtung City kommenden Besucher des Vergnügungsgebietes.

Mit ihrer eingeknickten Fassade aus Glas und Stahl erinnern die Türme an ein tango-tanzendes Paar oder auch an die X-Beine einer auf Freier wartende Prostituierten, so der Architekt Hadi Teherani. Man könnte aber auch an zwei Betrunkene denken, die sich gegenseitig Halt geben. Alles Assoziationen, die gut zu St. Pauli passen.

Der Standort hat eine lange Tradition für Vergnügungen. Seit Ende der 1880er Jahre stand hier der „Trichter“ - bei schönem Wetter tagsüber Ausflugslokal mit Kaffee, Kuchen und eigenem Orchester, abends Tanzlokal für alle Schichten. Nachdem der „Trichter“ im Krieg ausgebombt wurde, entstand hier Hamburgs erste Bowlingbahn, dazu das in Hamburg und darüber bekannte China-Restaurant „Mandarin“. Als das Gebäude wegen Asbest geräumt wurde, siedelte sich im Souterrain der Mojo Club an, sehr bald Flaggschiff der Hamburger Clubszene und international berühmt.

Aber dann kam das endgültige Aus für das Gebäude. Jahrelang wurde geplant, aber kein Entwurf fand Gnade vor der Stadt. Denn klar war: Hier sollte es ein Bauwerk mit Signalwirkung sein. Denn auf der gegenüber liegenden Straßenseite stand mit dem funktionalen Millerntor-Hochhaus ein Beispiel für Architektur, das keinerlei Beziehung zum Standort und zum genius loci hatte.

Aus einem Architkturwettbewerb ging Hadi Teherani mit dem Entwurf der Tanzenden Türme als Sieger hervor. Der Hamburger Architekt mit iranischen Wurzeln ist so etwas wie der derzeitige Hamburger Hausarchitekt, denn er hat mit mehreren, teils preisgekrönten, spektakulären Bauten das Hamburger Stadtbild mitgeprägt und ist außerdem auch international erfolgreich.

Die Türme werden in der Hauptsache als Büros genutzt. Der Verbindungsbau zwischen den beiden Türmen beherbergt das 4-Sterne Hotel Arcotel Onyx mit dem nicht nur bei den Hotelgästen geschätzten Frühstücks-Restaurant „Wiener Bistro“. Spektakulär aber ist das „clouds heaven`s bar & kitchen“, Hamburgs zweithöchstgelegenes Restaurant, mehr als 100 Meter über dem Elbniveau. Man speist nicht nur exzellent, sondern genießt dabei auch noch den wunderbaren Ausblick über die Elbe, über Hamburg und sein Umland. Noch eine Etage höher liegt die offene, rundum verglaste Dachterrasse "heavens nest" mit ihren Relaxliegen und einer Champagnerbar – ideal zum Chillen.

Erwähnen wir noch als Mieter in den Tanzenden Türmen den privaten Musiksender Radio Reeperbahn und, lange vermisst und begeistert begrüßt, den wiedererstandenen Mojo Club. Im Erdgeschosse und zwei Ebenen in den Untergeschossen bietet der Club auf 1600 Quadratmetern Fläche jetzt 800 Feierwütigen Platz.

Auf St.Pauli wird die Diskussion, man kann auch sagen der Kampf um die Gentrifizierung mit besonderer Vehemenz geführt. Deshalb gerieten auch die Tanzenden Türme in die Kritik, weniger wegen der Architektur, sondern weil sie als weiterer Schritt der Gentrifizierung gesehen werden. Auch wenn die Hamburger Politik inzwischen sensibler mit der Gentrifizierungploblematik umgeht, ist nicht abzusehen, wie ein allseits akzeptabler Kompromiss aussehen könnte.

Die Tanzenden Türme in Zahlen:
Eröffnet August 2012;
Höhe 85 und 75 Meter;
bis zu 24 Etagen;
Investitionsvolumen ca.180 Millionen Euros;
Bruttogrundfläche 33.357 Quadratmeter;

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Recherche von Irene Darbowski